Nachbilder

(Nachbild zu August Renoir: Les Confidences, 1872. Aus dem Kunstunterricht der Humboldtschule Kiel, entstanden vermutlich im Unterricht von …Mundt.)

Die Erarbeitung sogenannter „Nachbilder” zu anerkannten Werken der Kunstgeschichte gehörte über einen langen Zeitraum der Nachkriegszeit zu den beliebtesten Aufgabenstellungen im Kunstunterricht. Bevorzugte Stilrichtungen waren der französische Impressionismus, hier ein Beispiel von August Renoir (1841-1919), der deutsche Expressionismus und die Abstraktion. An der Kieler Humboldtschule wurden auch schleswig-holsteinische Künstler berücksichtigt, die während der Nazi-Zeit als „entartet” diffamiert worden waren, wie zum Beispiel Cesar Klein (1876-1954) oder der in Breslau, Düsseldorf und Berlin tätige Oskar Moll (1875-1947), beide in der unmittelbaren Nachkriegszeit anerkannte zeitgenössische deutsche Künstler. Die Aufgabenstellung kann in mehrfacher Hinsicht als Teil der kulturellen Aufarbeitung der Nazi-Zeit verstanden werden. Man wollte versuchen, den Schülerinnen und Schülern die Kunst und Kunstgeschichte der europäischen Nachbarländer und der USA nahezubringen, die während der Vorkriegs- und Kriegszeit im Kunstunterricht der meisten deutschen Schulen nicht existent war. Und man wollte zeitgenössische deutsche Künstler bekannt machen.

Bei der Auswahl der Vorbilder spielten neben der didaktischen Konzeption die Ausbildung, der Kenntnisstand und die Vorlieben der Kunstlehrkräfte eine wichtige Rolle. (Ingrid Höpel)

(Nachbild zu Cesar Klein: Sternenfrau. Aus dem Kunstunterricht der Humboldtschule Kiel, entstanden vermutlich im Unterricht von …Mundt.)

(Nachbild zu Oskar Moll: Inge I. Aus dem Kunstunterricht der Humboldtschule Kiel, entstanden vermutlich im Unterricht von …Mundt.)